Dieser Artikel wurde am on 2011-07-07 um 17:05 veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Allgemein, Essen, Kultur, Mexico abgelegt. Sie können Kommentare zu diesem Artikel hier abonnieren: RSS 2.0 Sie können ein Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback ihrer eigenen Webseite.
7. Juli 2011
In unserer neuen Reihe möchten wir Menschen vorstellen, die ihre Heimat verlassen haben, um nach Mexiko auszuwandern und sich hier etwas ganz Eigenes aufzubauen. Den Anfang machen Philipp und Sylvia Moser aus Querétaro. Der Schweizer und die Mexikanerin betreiben hier seit etwa einem Jahr erfolgreich ihr “MOSER Café-Kultur”, welches mit einem ganz speziellen Konzept aufwartet.
Erste Schritte in Mexiko
Doch bis zum eigenen Café in Mexiko war es ein langer Weg, der für Philipp Moser bereits 1988 begann. Damals kam er zunächst nach San Miguel de Allende, um dort ein Praktikum in einem Hotel zu absolvieren. An Mexiko gereizt hat ihn dabei zunächst die grosse Distanz zur Schweiz und die Andersartigkeit und Exotik dieses Landes, das sich beinahe am anderen Ende der Welt befindet. Zudem wollte er die Sprache lernen und viele Leute hatten so von Mexiko geschwärmt, dass er das Land selbst einmal erleben wollte. Nach dem halben Jahr musste er zwar zunächst noch in die Schweiz zurückkehren, um seine Ausbildung zum Hotelier abzuschliessen, doch Mexiko hatte ihn bereits fest in seinen Bann gezogen, sodass er dann mit dem Diplom in der Tasche zurückkehrte, um für die nächsten 10 Jahre zu bleiben. Anschliessend verschlug es ihn und seine Frau Sylvia wieder zurück in die Schweiz, wo der Hotelier und die Industrie Designerin ein Hotel betrieben. Besonderen Wert legten die beiden dabei auf einen ganz individuellen Stil, der einen interessanten Mix aus mexikanischer und schweizer Kultur verkörperte.
Wie die Idee CaféKultur Moser entstand…
Das Konzept kam gut an und während eines Toskana Urlaubs beschlossen die beiden dann, dass es an der Zeit wäre, komplett auf eigenen Füssen zu stehen. Die Entscheidung dafür nach Mexiko zu gehen, fiel den beiden nicht schwer. Hier sahen sie bessere Voraussetzungen, um sich selbstständig zu machen und um auf eine positive Resonanz ihrer Idee zu treffen. Der Markt in Europa ist in vielen Teilen übersättigt und Mexiko ist ein junges Land mit offenen, neugierigen Menschen, die sich sehr für Neues interessieren. In Querétaro war schnell ein geeignetes Lokal für ihr neues Projekt gefunden: eine grosse, auf den ersten Blick unscheinbare Fabrikhalle. Im Gegensatz zu den Einwanderungs Bestimmungen und Prozedere anderer Länder, wie beispielsweise die der USA, ist das Auswandern nach Mexiko relativ einfach, findet Philipp Moser. Das Konzept, welches sie bereits erfolgreich für ihr Hotel in der Schweiz betrieben, sollte auch hier im Café in Mexiko Einzug finden: die harmonische Kombination beider Kulturen, der mexikanischen und der schweizer Kultur.
Brot für alle!
Sehr guten Anklang finden die leckeren Schweizer Backwaren. Besonders die anderen deutschen und schweizer Auswanderer, die in Querétaro auf Grund der vielen ansässigen deutschen Firmen zahlreich vertreten sind, sind dankbar für das Angebot. Jeder, der schon einmal längere Zeit im Ausland war, weiss wie schnell man das Brot aus der Heimat vermisst…! Übrigens hat auch die deutsche U-17 Nationalmannschaft während ihres Aufenthalts in Querétaro ihr Brot hier gekauft.
„Man braucht ein gutes Konzept“
Sylvia und Philipp Moser wollten aber nicht einfach nur ein Café betreiben, sondern den Gästen mehr bieten als nur gutes Essen. So dient das Moser nicht nur als Treffpunkt, um zu Essen und leckeres Gebäck zu kaufen, sondern zum grossen Teil auch als Plattform für den interkulturellen Austausch. Regelmässig finden Workshops oder Lesungen statt und Konzerte sind hier fester Bestandteil des Mittwochabends. Zudem bekommt das Multi-Kulti Team, das aus Mexikanern und Schweizern besteht, die Möglichkeit, die Sprache der jeweils anderen Kultur zu lernen.
Eine besonders schöne Idee ist „La Mesa“, eine grosse Tafel, an der man mit bis dahin noch fremden Menschen zusammenkommt, um gemeinsam zu Essen. Das Konzept des Mosers ist auf jeden Fall einzigartig in Querétaro, nicht zuletzt auch wegen dem ganz besonderen Ort, an dem das Café untergebracht ist. Die Fabrikhalle wurde in einen stylishen, und doch gemütlichen Ort zum Essen, Trinken und Austauschen umgewandelt.
„Hier ist einfach alles etwas improvisierter und spontaner“
Das ist natürlich der Traum eines jeden Auswanderers; ins Land der Träume emigrieren, dort erfolgreich im Job sein und sich am besten noch selbstständig machen. Doch so einfach, wie das oft klingt, ist es in der Realität natürlich nicht. Das Wichtigste, sagt Philipp Moser, ist eine gründliche Vorbereitung, denn sonst stösst man in einem fremden Land ganz schnell an seine Grenzen. Das fängt bei den Sprachkenntnissen an und hört bei einem guten Verständnis der anderen Kultur noch lange nicht auf. Zwischen jedem Land gibt es zahlreiche kulturelle Unterschiede, die man kennen und beachten sollte, wenn man erfolgreich im Ausland leben und arbeiten möchte; das gilt vor allem für so zwei unterschiedliche Kulturen wie die der Schweiz oder auch Deutschland und Mexiko. Insbesondere wenn man plant, sich hier selbstständig zu machen, denn die Mexikaner haben eine ganz andere Einstellung zur Arbeit, die für uns Deutsche und Schweizer schon etwas gewöhnungsbedürftig ist und viel Geduld und Anpassungsvermögen verlangt. Der grosse Unterschied, sagt Sylvia, ist die Art und Weise WIE man hier in Mexiko miteinander umgeht und kommuniziert. Es werden viele Komplimente und Höflichkeiten ausgetauscht, bevor man dann mal zum Punkt kommt. Vielen Europäer mag das überflüssig erscheinen, doch die Mexikaner können einem deutsche oder schweizer Direktheit leicht übel nehmen! Auch der unterschiedliche Ablauf der täglichen Arbeit ist der Mexikanerin aufgefallen, die selbst mehrere Jahre in der Schweiz lebte. In Mexiko wird viel mehr improvisiert, alles ist etwas lockerer und spontaner und die Grenze vom Beruflichen und Privaten ist nicht so deutlich wie etwa in der Schweiz.
Neben guten Kenntnissen der Sprache und dem Verständnis der anderen Kultur ist es vor allem wichtig, mutig zu sein und keine Angst vor einer Herausforderung zu haben. Natürlich wird man auf Hindernisse treffen und auf die Nase fallen, sagt Philipp, aber gerade das sieht er als Anreiz, weiterzumachen und nicht einfach aufzugeben. Jede Herausforderung ist für ihn wie ein Parcours, an dessen Ende man wieder einen Schritt weiter und vor allem auch schlauer ist.
…was man in Mexiko dann doch manchmal vermisst
Die beiden sind sehr zufrieden mit ihrem Schritt, trotzdem gibt es ein paar Dinge, die der Schweizer in Mexiko vermisst. Das ist vor allem die Natur, die in der Schweiz allgegenwärtig ist und in die man sich jederzeit schnell zurückziehen kann. Spontane Spaziergänge im Wald oder Wochenendausflüge an den See sind keine grosse Sache, denn alles ist schnell erreicht. In Mexiko sieht das etwas anders aus; Ausflüge müssen lang geplant sein, denn so schnell kommt man hier nicht raus aus der Stadt und Rückzüge in stille Natur sind spontan erstmal nicht möglich, vor allem auch, da vieles hier einem Privatgelände angehört und nicht wie in der Schweiz oder Deutschland, für jeden frei zugänglich ist. Hinzu kommt noch, dass nicht unbedingt jede Gegend so empfehlenswert ist. Auch bezüglich der Ausbildung ihres zehnjährigen Sohnes machen die beiden sich Gedanken um die Zukunft. In Europa, vor allem in der Schweiz, werden dafür exzellente Möglichkeiten geboten, die weltweit einen guten Ruf geniessen. Natürlich gibt es auch in Mexiko gute Ausbildungsmöglichkeiten, die Mehrzahl davon aber leider privat und damit so gut wie unbezahlbar.
Sylvia und Philipp sind froh, nicht alle Brücken hinter sich abgebrochen zu haben und sich so stets die Möglichkeit bewahrt haben, zurückzukehren. Im Moment sind sie aber noch sehr zufrieden hier in Mexiko und haben reichlich Pläne für das Moser!






2011-07-19 um 05:11
Hallo Ihr Lieben
ich denke viel an Euch beide und Paulo.
Schön bin ich auf Eure Website gestossen.
Schön dass es Euch dort gut geht.
Auch mit Paulo wird sich alles bestens finden. Mit Eurer Kraft und den positiven Energien, die ja auch im Land Mexico ein enormes Potential haben.
Ganz liebe Grüsse von mir, Melk und Louisa
Elisabeth vom Kindergarten Turmhuis
2011-07-22 um 12:21
miss you and you two look wonderful! take care, patxo
2011-08-13 um 03:01
schöne bilder von meinem geliebten land mexiko
echt ein toller blog, den du da hast. komme immer wieder gerne hierher zurück.
2011-10-13 um 10:15
Saludos und y mucha suerte.
Amigos de Suiza en camino a San Miguel de Allende
Lorena
2011-11-17 um 11:37
gruess us bärn und witerhin alles gueti.