22. März 2010
Autor: Anni

Die Festlichkeiten des „Bicentinarios“ sind zwar noch in weiter Ferne, aber die Mexikaner lassen es sich nicht nehmen und zelebrieren schon jetzt bei  jeder erdenklichen Gelegenheit ihren Doppelgeburtstag. So auch in Guanajuato, eine der Kolonialstädte,  welche in der Unabhängigkeitsbewegung eine große Rolle spielte. Hier fand unter Anderem die sogenannte Todeslotterie statt, bei welcher die Spanier nach einer Niederlage gegen die Mexikaner wahllos Namen von Bürgern zogen, welch zunächst gefoltert und anschließend gehängt wurden. Nachdem aber Mexiko die Unabhängigkeit erklärte, erhielt Guanajuato seine Reichtümer zurück, welches sich sehr auf die auch noch heutige Attraktivität der Stadt ausgewirkt hat.

Von Querétaro aus nahm ich den 1. Klasse Bus und kam nach knapp zweieinhalb Stunden in Richtung Nordwesten in der wunderschönen Kolonialstadt an. Bei strahlend blauem Himmel und einer guten Portion Entdeckungsfreude begann ich am „Plaza de la Paz“ die Stadt zu erkunden. Dort erwartete mich gleich die erste Sehenswürdigkeit– die „Basilica de Nuestra Señora de Guanajuato“. Mit Ihrem rot-gelben Äußeren ähnelt sie der zahlreichen anderen Kirchen in diesem Land.

Weiter ging es nun zur Universität, welche mit ihrem modernen Erscheinungsbild früher sehr umstritten war, heute jedoch als eine gelungene Einbindung der Moderne in das historische Stadtbild gilt. Mich hat die Größe der Universität fasziniert, die inmitten einer dicht bebauten Stadt emporragt. Sie gilt für die Fächer Musik, Theater und Jura als eine der besten Universitäten des Landes, welches auch die zahlreichen nationalen wie auch internationalen Studenten unterstreichen, welche man auffälligerweise überall in der Stadt entdecken kann.

Keine 5 Minuten Fussweg und ich erreichte die nächste Attraktion der Stadt – das Theater Juarez, welches leider  an diesem Tag geschlossen war. Ein Clown nutzte hier die Gelegenheit, dass eine große Gruppe Touristen vor dem Eingang versammelt war und unterhielt den kompletten Jardin de la Union für eine gute halbe Stunde. Auch ich, mit meinem blonden Haaren war für ihn ein gefundenes Fressen, so dass ich direkt aktiv mit in sein Programm mit eingebunden wurde.

Direkt hinter dem Theater fährt in Schneckentempo eine kleine Seilbahn den Berg hinauf. Oben angekommen, sollte man das riesige Denkmal von „El Pipila“ bewundern, einem der wichtigsten Unabhängigkeitskämpfers Mexikos. Die Aussicht ist wunderschön und man hat einen beindruckenden Blick auf das kleine Städtchen mit seinen hunderten von buten Häuschen. Viele kleine Geschäfte, Ständchen und eine Menge Möglichkeiten laden zu einer Stärkung ein, bevor man jetzt auch gerne den Fussweg wieder nach unten nimmt.

Auf der Hauptstraße Juarez weiter in Richtung Westen gelangt man schliesslich zum berühmten Kussgässchen, dem „Callejon de Beso“, wo sich einst eine sehr romantische Liebesgeschichte abspielte. Ein armer Schlucker verliebte sich in die Tochter einer reichen und einflussreichen Familie Guanajuatos und da diese Verbindung verboten wurde, mietete er sich die Wohnung gegenüber seiner Liebsten, so dass sie sich weiterhin sehen konnten und sich aufgrund der sehr dicht beieinander stehenden Balkone sogar küssen konnten.

Leider hatte ich definitiv nicht genügend Zeit um die Stadt weiter zu entdecken, aber sie hat mich fasziniert. Die vielen bunten Häuser, die kleinen Gassen, die vielen jungen Leute – das alles verleiht der Stadt einen ganz eigenen Charme.

Wer also in der Gegend ist, sollte sich einen Tag hier auf keinen Fall entgehen lassen. Buenos Dias Mexico bietet unter anderem auch eine Tagestour dorthin an und wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, dann freuen wir uns Sie auf unserer Homepage begrüssen zu dürfen.

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