16. September 2009
Autor: Esther

kundenfoto Heute möchten wir Euch an den Urlaubserlebnissen unsers lieben Kunden Rudolf Ehrlich aus Frankfurt, teilhaben lassen welcher im April 2009 eine individuelle Rundreise für sich, seine Frau Uschi und 2 weitere befreundete Pärchen durch den Kupfercanyon, Chiapas und Oaxaca gebucht hat.

Er hat sich die Zeit genommen und hat einen tollen Reisebericht verfasst! Viel Spass dabei:

Hallo liebe Esther,

eigentlich wollte ich Dir schon viel früher schreiben; eigentlich kurz nach unserer Rückkehr von der wunderbaren Mexico-Reise.
Aber wie das so ist – zuerst hat man uns mit der Schweinegrippe beschäftigt und dann hat die Arbeit uns belästigt.
Leider gehörten Rudi und ich nicht zu denjenigen die Zwangssonderurlaub hatten, wir durften von zu Hause arbeiten. So hatte uns der Alltag schnell wieder.

Aber – ich wollte Dir ja endlich jetzt schreiben, dass es für uns ein wunderschöner, sehr gut organisierter Urlaub war. Wir haben einen sehr vielfältigen Eindruck von Mexico gewinnen können. Es hat alles gestimmt – vor allen Dingen die Menschen, die sehr freundlich zu uns waren.
Danke für die hervorragende Ausarbeitung und Umsetzung von Dir. Es hat wirklich gut geklappt, auch wenn es teilweise ganz schön anstrengend war, haben wir alles sehr gut überstanden – und das in unserem Alter. (Wir waren manchmal schon ganz schön albern – hoffen jedoch, dass wir  bei Umberto und Esteban nicht negativ aufgefallen sind …

Rudi hat schon einen Reisebericht verfasst, hier kommt er:

Nach der Ankunft in Mexico City ging es nach kurzem Aufenthalt weiter nach Chihuahua. Hier begann für uns das Abenteuer Mexico.

Wir wurden zur Stadtrundfahrt abgeholt. Die erste Station war das Pancho Villa Museum. Es steht an der Stelle, an der Pancho Villa 1923 einem Attentat zum Opfer fiel. Angeblich 300 Schüsse feuerten Anhänger des Präsidenten Álvara Obregón auf ihn und seine Begleiter um Villas Kandidatur als Oppositionskandidat für die nächste Wahl zu verhindern. Wir erfuhren alles über Pancho Villa, der auch der Robin Hood Mexicos genannt wird. Den meisten Mexicanern gilt er als einer der Wegbereiter der demokratischen Verfassung Mexicos von 1917, die weiter reformiert, heute noch in Kraft ist.
Weiter ging es zum Regierungsgebäude. Gewaltige Wandbilder (murales) zur Geschichte des Bundesstaates zieren diesen Palast, der während des Unabhängigkeitskrieges zum blutigen Schauplatz einer Hinrichtung wurde: Das Grab und ein Denkmal erinnern noch heute an Pater Hidalgo. Nachdem wir dann im Hotel angekommen, kurz relaxt hatten, ging es dann auf eigene Faust durch die Stadt

chepe-ii cimg4929 elefantensteine Am nächsten morgen um 6.00 Uhr startete dann der legendäre CHEPE mit uns zu seiner Fahrt durch den Copper Canyon von Chihuahua nach Los Mochis. Für diese Strecke von 661 km, benötigt der Zug ca. 15 Stunden. Wir hatten die gesamte Strecke in vier Abschnitte aufgeteilt. Die Fahrt durch die Sierra Madre versetzte uns in die Landschaft der Cowboyfilme zurück, die wir als Jugendliche im Fernsehen sahen: Steppe, Kakteen, Pferde, Cowboys.
Unsere erste Station machten wir in Creel. Unser englischsprechender Guide Manuel wartete bereits am Bahnhof und brachte uns in das herrlich gelegene Hotel Palasio del Sol, wo uns unter Anderem der Affe Attilano herzlich begrüßte. Von hier aus startete unsere Tour zu den Tarahumara Indianern, zum Lago Arareko und zu den vielen, im Tal verstreut stehenden, Steintieren. Abends erkundeten wir Creel auf eigene Faust.

canon tarahumara-hohlen Am nächsten Tag ging es dann um 10.45 Uhr weiter auf unserer Fahrt mit dem Chepe.
Die nächste Station war Divisadero. Von hier aus hatte man einen grandiosen Blick in die drei dort zusammentreffenden Canyons. Unser Hotel steht direkt an der Felskante der Barranca des Cobre. Schon am Mittag unternehmen wir eine geführte zwei Stunden Tour durch den Copper Canyon, vorbei an einer bewohnten Indianer Höhle.

sonnenaufgang-divi Für den nächsten Morgen haben wir mit unserem Guide eine Führung in den Sonnenaufgang vereinbart. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Ein tolles Schauspiel erwartete uns. Zurück im Hotel, nach dem leckeren Frühstück stand schon die nächste Wanderung durch den Nationalpark auf dem Programm, ehe es dann so gegen 12.30 Uhr Abschied nehmen hieß und die Fahrt im Chepe weiterging. Unsere einstimmige Meinung war, dass man in Divisadero durchaus zwei bis drei Tage länger bleiben und noch einige Wanderungen unternehmen könnte.

Auch an der nächsten Station Bahuichivo, die wir so gegen 14 Uhr erreichten, wurden wir bereits erwartet. Durch enge, unbefestigte, stets mit Leben gefüllte Straßen ging es zu einer kleinen abseits, unterhalb von steilen Felsformationen gelegenen Ranch. Der Name Paraiso del Oso hat wohl mit dem bekanntesten Felsen zu tun, der eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Yogi Bär hat. Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Der Innenhof lud zum Verweilen ein. Das Abendessen wurde über offenem Feuer zubereitet. Den Abend beendeten wir an der Feuerstelle mit Erzählen und Beobachten des wunderschönen Sternenhimmels.

Am nächsten Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück, ging es zu einem der spektakulärsten Aussichtspunkte, dem Cerro de Gallego. Die Aussicht war atemberaubend.
Am Nachmittag ging es dann auf unsere letzte Etappe mit dem Chepe. Tropische Palmen und Bananenplantagen machten den letzten und längsten Teil der Fahrt sehr abwechslungsreich. Bereits im Dunkeln erreichten wir Los Mochis. Von dem Ort selbst sahen wir an diesem Abend nicht mehr viel.

Am nächsten Morgen ging es bereits um 7.00 wieder los, weil unser Flieger bereits um 8.45 Uhr nach Mexico City mit Weiterflug nach Villahermosa startete.

In Villahermosa landeten wir so gegen 17.15 Uhr und wurden, nachdem wir unser Gepäck hatten, von Umberto, einem Mitarbeiter von Buenos Días Mexico, abgeholt. Ein freundlicher junger Mann, der uns sicher nach ca. zweistündiger Fahrt ins Hotel brachte. Nach dem Reisetag waren wir froh, dass wir uns im hoteleigenen Pool unseres Hotels Mision Palenque erfrischen konnten, auch wenn das Wasser eher die Temperatur von Badewasser hatte.

Am nächsten Morgen brachen wir um 6.00 Uhr zu unserer nächsten Etappe auf: Höhepunkte der Maya Welt. Neben Umberto begleitete uns jetzt auch noch Esteban. Mit den beiden haben wir die zweite Woche verbracht. Mit Booten, acht Personen konnten bequem sitzen, ging es auf dem Grenzfluss zwischen Mexico und Guatemala, dem
„Usumacinta“, nach Yachitlan, das neben Palenque als eine der bedeutensten Maya-Ruinen gilt. Von Touristen wenig besucht, hieß es im Reiseführer. Diese Aussage können wir bestätigen. Das tropisch-warme Klima trieb uns die Schweißperlen ins Gesicht. Fremdklingende tierische Laute begleiteten uns auf dem Weg durch den Urwald zu den Ruinen. Urplötzlich stehen die Bauwerke der Mayas vor uns. Detailgetreu haben sich Friese und Skulpturen auf den Gebäuden und Türstürzen erhalten.
So auch unter anderem die Darstellung einer knienden Frau, die eine mit Dornen besetzte Kette durch ihre Zunge zieht. Offenbar eine übliche Form der Selbstkasteiung. Auf dem Rückweg löste sich auch das Rätsel der fremdklingenden Laute. Brüllaffen zeigten sich uns. Wir hatten wohl Glück, dass diese uns nicht mit Ästen beworfen haben – wer uns kennt, kann es allerdings verstehen.
Mit dem Boot ging es zurück und mit dem Auto weiter nach Bonampak. Bonampak bedeutet bemalte Wände. Das Zentrum bildet eine Akropolis aus elf kleineren Tempeln. Im Tempel der Malereien sind die Wände und Decken der drei gewölbten Säle mit bunten Fresken bemalt. Szenen aus der Zeit Chaan Muan sind hier zu sehen. Das Wissen unseres Guides Esteban war unerschöpflich.

palenque agua-azul Am nächsten Tag stand Palenque auf dem Plan. Hier hat man in einer unter der Erdoberfläche liegenden Krypta den Priesterherrscher Pacal (615 – 683 n.Chr.) in einem steinernen Sarkophag gefunden. Die Größe der Ruinen,
dabei sollen erst ca. 18% ausgegraben sein, überwältigte uns. Trotz der Hitze und Schwüle stiegen wir die recht unterschiedlichen Stufen hoch. Oben angekommen hat man einen tollen wunderschönen Blick über die Anlage. Der Abstieg gestaltete sich für den ein oder anderen schwieriger als das Hochsteigen. Alle kamen aber wieder am Fuß der Pyramiden an.
Danach ging die Fahrt zu den Wasserfällen Misol-Ha und Agua Azul. Wunderschöne Bilder tun sich uns auf. Nach einem Bad in dem klaren und angenehm kühl-erfrischenden Wasser fuhren wir weiter nach San Christobal. Unser Quartier für die nächsten drei Tage in San Christobal hieß Hotel Casa Mexicana. Es ist zentral gelegen und ermöglichte uns, am ersten Abend noch die Stadt zu erkunden.

                               Am nächsten Morgen besichtigten wir zunächst die kunsthistorisch bedeutsamste Kirche der Stadt: Santo Domingo. Sie beeindruckt durch ihre kompakte, wuchtige Fassade im mexikanischen Barock mit einem Habsburger Doppeladler. Dann ging es weiter auf den Markt: Dichtes Gedränge, stillende Mütter, kunstvoll aufgestapelte Früchte, Fleisch, Käse, Fisch, lebende über dem Arm hängende Hühner, Haushaltswaren, kunstvoll gestaltete Kerzen, also alles was man braucht, kann man hier erwerben.
Eine Papierschöpferei war unser nächstes Ziel. Hier konnten wir sehen wie aus Altpapier und Pappe Papier gemacht wurde. Die fertigen Produkte wie Bucheinbände, verschiedenfarbiges Papier mit unterschiedlichen Blüten, Karten und Tagebücher konnten wir anschließend allesamt in einem Verkaufsraum sehen.
Danach ging es weiter nach San Juan Chamula. In diesem Dorf verschmelzen alte Maya-Riten und christliches Brauchtum. Besonders zu erwähnen ist hier die Kirche, die sich äußerlich nicht von anderen Kirchen unterscheidet. Im Inneren gibt es allerdings keine Bänke. Der gesamte Fußboden ist mit Kiefernnadeln bedeckt. Hunderte dünne Kerzen verleihen zusätzlich einen besonderen Glanz. Der Geruch von Weihrauch, Harz und Paraffin durchzieht das Gotteshaus.
Anschließend besuchten wir eine kleine Weberei. Als besonderes Highlight haben die Besitzer uns mit frisch gebackenen Tortillas und Salsa bewirtet. Wir durften uns auch beim Backen der Tortillas probieren. Über unsere Versuche, die gar nicht so schlecht waren, haben sich die drei Töchter der Besitzer köstlich amüsiert.

Am nächsten Tag fuhren wir zum Canon del Sumidero. Mit dem Boot ging es bis zum Stausee Chicoasén. Auf der traumhaften Fahrt sahen wir Reiher, Leguane, Geier, Affen und Krokodile. Wir genossen die herrlichen Ausblicke auf die Schlucht und die Steilhänge. Sehenswerte Naturschauspiele sind unter anderem der  „Arbol de Navidad“ und die „Höhle der Stille“.
Nach der Rückfahrt mit dem Boot fuhren wir in die 1528 gegründete Kolonialstadt Chiapa de Corzo. Hier gibt es die schönsten Lackarbeiten des Landes. Danach fuhren wir zurück nach San Christobal. Hier erkundeten wir das Städtchen und gingen durch wunderschöne alte Gässchen.

Tags darauf, stand die Fahrt durchs Gebirge von San Christobal nach Oaxaca auf dem Plan. Die Gebirgsstraße ist mit vielen am Rand aufgestellten Kreuzen gesäumt, das macht teilweise schon etwas nachdenklich; allerdings fühlten wir uns bei unserem Fahrer Umberto gut aufgehoben und genossen die Fahrt.
Die Landschaft war anfangs abwechslungsreich. Zum Ende hin sahen wir fast nur noch Agaven, aus denen das mexikanische Feuerwasser, der Tequila, gebrannt wird. Gegen 20.30 Uhr erreichten wir unser Hotel Hacienda La Noria.

mezcal-brennerei folklore baum-von-tule Am nächsten Morgen wollten wir uns Mitla ansehen. Leider waren aber alle archäologischen Stätten wegen der in Mexico aufgetretenen Schweinegrippe geschlossen, so dass wir den Palast der Säulen mit dem außergewöhnlichen geometrischen Fassadenschmuck nur durch das geschlossene Tor bewundern konnten. Jetzt war Esteban gefragt: Er musste sich Alternativen einfallen lassen, denn auch Monte Albán war geschlossen. Wir fuhren weiter nach Tule. Hier wächst ein über 2000 Jahre alter Baum, der inzwischen einen Umfang von 58 m hat. Zwei kleine Jungs haben uns Motive im Stamm gezeigt und diese in deutsch gesagt. Mit Hilfe der Sonneneinstrahlung und kleinen Handspiegeln zeigten Sie uns die Motive wie Eichhörnchen, Indianerkopf, Knoblauchknolle, Löwenkopf. Ein beliebter Spruch von Ihnen war „Dalli, dalli, zack, zack“ und zwar immer dann, wenn es Ihnen nicht schnell genug ging.
Auf dem Rückweg nach Oaxaca besichtigten wir eine Mezcal Brennerei. Hier wurde uns der Herstellungsprozess von der Ernte bis zur Destille anschaulich dargestellt. Das besondere an diesem Schnaps ist, dass jede Flasche einen Wurm, den Wurm der Agave, beinhaltet.
Nach unserer Rückkehr nach Oaxaca, besichtigten wir die berühmteste Kirche der Stadt, die „Iglesia de Santo Domingo“. Die barocke Pracht im Kircheninneren ist überwältigend.
Abends hatten wir viel Freude an den folkloristischen Tänzen im Casa de Cantera.

don-valente alebrijes Statt nach Monte Albán sind wir am nächsten Tag nach Octolán gefahren. Dort besuchten wir einen Lebensmittel- und Kleidermarkt und probierten u.a. die Kaktusfrucht und gegrillte Chapulines (Heuschrecken). Unser nächstes Ziel war der kleine Ort San Martin Tilcajete. Dort werden die besten Wood Carvings or Alebrijes (Holzschnitzereien bzw. Phantasie-, Traumgeschöpfe) hergestellt und wunderschön bemalt.
Die letzte Station an diesem Tag war die „Black Pottery Dona Rosa“. Der Sohn von Dona Rosa hat uns die Herstellung der schwarzen Gefäße demonstriert. Abends haben wir, während draußen ein heftiges Gewitter tobte, im Casa de la Abuela (Haus der Großmutter) gut gegessen.

Zwei abwechslungsreiche, gut organisierte Wochen liegen mittlerweile hinter uns. Um 8.50 Uhr holen uns Umberto und Esteban das letzte Mal in diesem Urlaub ab und bringen uns zum Flughafen. Nachdem die Formalitäten erledigt sind (Gesundheitsbogen wegen der Grippe ausfüllen, Fieber messen und Koffer aufgeben), müssen wir uns von den beiden verabschieden. Es war eine wunderschöne Woche mit den beiden.
Die Cessna ist beladen und wir dürfen an Bord und fliegen in 35 Minuten nach Huatulco. Für diese Strecke hätten wir mit dem Bus einen ganzen Tag gebraucht.

In der Villa Agua Azul verbringen wir die letzte Woche am Pazifik und können hier so richtig ausspannen. Von unseren Zimmern blicken wir direkt aufs Meer und den Sonnenaufgang können wir vom Bett aus bewundern. Mit diesen Eindrücken schmeckt das liebevoll angerichtete Frühstück so richtig gut. .

Wir besuchen mehrere fast menschenleere Buchten, machen einen Bootsausflug, bei dem wir riesengroße Turtles sehen, besichtigen die nächst gelegene Ortschaft, essen in einem Strandrestaurant Fisch, der zwei Stunden zuvor noch im Meer schwamm, und lassen es uns einfach nur gut gehen.

Für die letzte Woche waren wir selbst verantwortlich. Bei den beiden ersten Rundreisewochen haben wir uns komplett auf Buenos Días Mexico verlassen. Sie waren hervorragend organisiert und wir fühlten uns sehr gut betreut. Vielen Dank für Unterstützung bei der Planung, für die hervorragende Organisation und Betreuung und für das jederzeit erreichbar sein.

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